Hintergründe

 

In der Schweiz sind gegen 20‘000 Frauen als Sexarbeiterinnen tätig und die Sexindustrie ist ein äusserst lukrativer Sektor: Das Bundesamt für Polizei schätzt den Erlös der Rotlichtbranche in der Schweiz auf jährlich 3,2 Milliarden Franken. Doch nur der geringste Teil geht an die Sexarbeiterinnen selber. Die Schweiz hat eines der liberalsten Prostitutionsgesetze weltweit. Durch die  Personenfreizügigkeit ziehen zunehmend mehr Sexarbeiterinnen aus Osteuropa hierher.
Sexarbeiterinnen leben in unterschiedlichen Realitäten. Ein Teil der Frauen hat diese Arbeit frei gewählt, andere sind wegen der hohen Armut und Chancenlosigkeit in den Herkunftsländern im Sexgewerbe tätig. Weitere sind durch Frauenhandel in die Schweiz gekommen und arbeiten unter Zwang.

 

Die Schweiz ist als Ziel- und Transitland von Menschenhandel betroffen. Durch Drohung, Gewalt und Täuschung werden Frauen und Männer der Prostitution zugeführt oder als Arbeitskräfte ausgebeutet. Menschenhandel findet im Verborgenen statt, weshalb es schwierig ist, das Aussmass des Problems in seiner Gesamtheit festzustellen. 2014 wurden in der polizeilichen Kriminalstatistik 46 Fälle erfasst und 15 Urteile wegen Menschenhandel gefällt. 

 

Prostitution ist ein knallhartes Geschäft. Sexarbeiterinnen werden oft diskriminiert, leiden unter Isolation und führen nicht selten ein Doppelleben. Sie leiden an körperlichen und psychischen Folgen ihrer Arbeit. Folgen für das soziale Leben kann die Stigmatisierung haben, die Migrantinnen in der Sexarbeit erleben.

 

Sexarbeiterinnen sind starke Frauen, welche häufig die Verantwortung für ihre Kinder und Verwandten in den Heimatländern übernehmen und ihnen zu einem besseren Leben verhelfen.

 

(verschiedene Quellen)